Uhrengläser – sie sorgen für Durchblick und Schutz

Uhrengläser – wichtig und dennoch häufig wenig beachtet. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Materialien heutzutage für Uhrengläser verwendet werden und welche Vor- und Nachteile mit dem jeweiligen Material verbunden sind.

Wer eine Uhr betrachtet, schenkt dem Uhrenglas in der Regel wenig Aufmerksamkeit. Kein Wunder bei all den herausragenden Funktionen und Designelementen, die Armbanduhren zu bieten haben. Doch im Vergleich verschiedener Modelle wird deutlich, dass das Uhrenglas neben dem Schutz des Zifferblatts und des Uhrwerks vor Beschädigung noch weiteren Einfluss auf die Uhr hat – auf ihre Ablesbarkeit, das Gewicht und damit auch auf den Tragekomfort. Heutzutage werden Acrylglas, Mineralglas und Saphirglas in der Uhrenherstellung verwendet. Hier erfahren Sie mehr über die jeweiligen Materialeigenschaften.

Acryl-/Hesalitglas

Acrylglas oder auch Hesalitglas wird seit den 1930er-Jahren in der Uhrenindustrie verwendet. Der Kunststoff sorgte damals für großes Aufsehen, denn damit war ein Material gefunden, das sehr leicht, stabil, gut zu verarbeiten und gleichzeitig günstig ist. Ein weiterer großer Vorteil liegt darin, dass das Acrylglas so gut wie keine Reflexionen zeigt, was eine optimale Ablesbarkeit der Uhr ermöglicht. Zu den Nachteilen des Materials zählt, dass es in geringem Maße wasserdurchlässig ist. Außerdem ist es relativ weich und damit anfällig für Kratzer. Eine Uhr mit Acrylglas sollte also möglichst sorgsam behandelt werden. Kleinere Kratzer lassen sich glücklicherweise durch Polieren entfernen.

Auch wenn Acryl- oder Hesalitglas heute eher für Uhren im unteren oder mittleren Preissegment verwendet wird, gibt es dennoch Luxusuhrenmodelle, die mit einem Uhrenglas aus Kunststoff versehen werden. Gründe hierfür sind die geringe Bruchempfindlichkeit und das geringe Gewicht des Materials, was entscheidend sein kann, wenn Uhren für einen bestimmten Einsatzzweck entwickelt werden. Ein prominentes Beispiel ist die als „Moonwatch“ bekannte Speedmaster Professional von Omega.

Mineralglas

In den 1970er-Jahren löste das gehärtete Mineralglas das bis dahin dominierende Mineralglas in der Uhrenindustrie ab, das äußerst brüchig und anfällig für Kratzer war. Dank einer chemischen Beschichtung bietet das gehärtete Mineralglas zahlreiche Vorteile. So ist es wesentlich robuster und weniger anfällig für Kratzer. Außerdem ist es im Vergleich zu Acrylglas undurchlässig für Wasser und andere Flüssigkeiten und es vergilbt nicht. Da das Material wesentlich günstiger als zum Beispiel Saphirglas ist, wird es vorwiegend im erschwinglicheren Preissegment eingesetzt.

Saphirglas

Das Saphirglas eroberte Anfang der 1980er-Jahre das Luxussegment der Uhrenindustrie. Ein Material beinahe so hart wie Diamanten. Es wird aus künstlichem Saphir hergestellt und ist unempfindlich gegen Verkratzen, wasserdicht und äußerst bruchfest. Selbst nach längerem Gebrauch sieht es noch aus wie neu. Es wird zwar aufgrund des höheren Preises meist für Luxusuhren verwendet, doch auch im mittleren Preissegment sind mittlerweile Modelle mit Saphirglas zu finden. Neben all den unschlagbaren Vorzügen hat Saphirglas leider auch einen Nachteil. Es ist anfällig für Lichtreflexionen, sodass unerwünschte Spiegelungen entstehen können, die die Ablesbarkeit der Uhr beeinträchtigen würden. Um das zu verhindern, wird Saphirglas entspiegelt. Dafür wird es mit einer speziellen Beschichtung versehen – von außen, von innen oder sogar von beiden Seiten.

Für mehr Informationen zu Uhrengläsern kontaktieren Sie uns gerne.

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