Eine Uhr, die tickt. Meistens jedenfalls. Aber wie genau tickt sie eigentlich? Lässt sich auf einen Blick erkennen, um was für eine Art von Uhr es sich handelt? Warum werden Komplikationen Komplikationen genannt? Und was bedeutet es wirklich, wenn Zeitmesser wasserdicht sein sollen? Antworten auf alle Uhrenfragen gibt es in unserem Uhrenlexikon – nach und nach, dafür aber von A bis Z.


Bei einer Automatikuhr handelt es sich um eine mechanische Uhr. Im Gegensatz zu einer Uhr mit Handaufzug muss sie allerdings normalerweise nicht per Hand aufgezogen werden – wenn sie täglich getragen wird. Sie zieht sich nämlich durch die Armbewegungen des Trägers selbständig auf, genauer gesagt wird die Feder durch einen Rotor in kleinen Schritten dadurch aufgezogen. Dank des Automatikwerks wird die Handhabung einer mechanischen Uhr viel leichter, weil nun einmal das tägliche Aufziehen entfällt (wobei diese Aktion bei vielen Uhrenliebhabern doch zum morgendlichen Ritual zählt). Da die Feder zudem immer gleichmäßig gespannt ist, läuft die Automatikuhr viel gleichmäßiger als eine mit Handaufzug. Die Folge ist eine geringere Abweichung von der eingestellten Uhrzeit. Wer nun befürchtet, dass die automatische Uhr ununterbrochen getragen werden muss: Das muss sie dank der Gangreserve tatsächlich nicht. Diese bezeichnet die Zeitdauer, in der die Uhr weitertickt, obwohl sie gerade nicht getragen wird – etwa 35 bis 60 Stunden beispielsweise, teilweise sogar bis zu zehn Tage!

Und wenn die Automatikuhr doch einmal länger liegt als über Nacht und stehen bleibt? Gar kein Problem – denn natürlich lässt sie sich auch manuell aufziehen, per seitlich sitzender Krone. Uhrensammler können außerdem überlegen, ob sie in elektrische Uhrenbeweger investieren möchten: Sie halten, wie ihr Name bereits verrät, das Werk in Bewegung und sorgen so einerseits dafür, dass Uhren nicht stehen bleiben, und verhindern andererseits das Verdicken der Öle und das damit zusammenhängende Abreißen der Schmierschicht (sinnvoll bei historischen Uhren, in heutigen werden andere Öle verwendet, bei denen das nicht mehr unbedingt notwendig ist).


Eines der kompliziertesten Teile einer mechanischen Uhr ist der Anker, der seinem Namen entsprechend in Form eines Schiffsankers aus Messing oder Stahl gefertigt wird. Er überträgt Energie vom Räderwerk auf die Unruh, um deren Schwingungen aufrechtzuerhalten – und verhindert darüber hinaus das ungebremste Ablaufen des aufgezogenen Räderwerks.


Eine große Gefahr, der Uhren im Alltag ausgesetzt sind, bilden magnetische Störfelder von beispielsweise Lautsprechern, Türschließern oder Elektromotoren: Diese können die Unruh der Zeitmesser aus dem Takt bringen. Eine mechanische Uhr kann allerdings dagegen geschützt sein und wird dann als amagnetisch bezeichnet. In diesem Fall werden für das Innenleben der Uhren Metalle verwendet, die sich entweder gar nicht oder nur äußerst schwer magnetisieren lassen. Das Verhindern der Magnetisierung durch einen Schutzmantel ist eine weitere Möglichkeit. Sollte die Uhr tatsächlich magnetisch aufgeladen worden sein, ist allerdings nicht alles verloren: einfach dem Uhrmacher des Vertrauens einen Besuch abstatten und ihn um eine Entmagnetisierung bitten.


Als eine primäre Uhr liefert eine Atomuhr die genaueste Zeitangabe aller Uhren – und gibt sogar die Richtwerte für sämtliche Uhren der Welt vor. Dabei ist sie grundsätzlich wie alle anderen Zeitmesser auch aufgebaut, funktioniert auf Grundlage eines Taktgebers und eines Zählwerks. Der große Unterschied: Statt Unruh oder Pendel sind Atome hier die Taktgeber und strahlen beim Übergang zwischen zwei Energiezuständen elektromagnetische Wellen einer bestimmten Frequenz aus oder absorbieren sie.



Ein französisches Baguette sucht man in diesem Uhrwerk vergeblich – obwohl die Namensgebung tatsächlich in der Form des Weißbrots begründet ist. Denn das ist bekanntermaßen ziemlich schmal, so wie auch dieses besondere Uhrwerk. Eingebaut wird es deshalb hauptsächlich in sehr kleine Damenuhren, in die ein normales Werk nicht hineinpasst.


Wer keine mechanische Uhr besitzt, muss irgendwann die Batterie des Zeitmessers austauschen lassen. Wichtig: Den Batteriewechsel unbedingt von Fachleuten durchführen lassen! Und ganz besonders dann, wenn die Uhr regelmäßig unter der Dusche oder sogar beim Schwimmen getragen wird. Denn wird der Batteriewechsel nicht korrekt durchgeführt, kann die Wasserdichtheit verloren und die Uhr beim nächsten Wasserkontakt kaputt gehen.


Blaue Zeiger und Schrauben werden bei hochwertigen Uhren nicht einfach nur blau lackiert, sondern als Oxidationsschutz und aus Dekorationsgründen aufwendig gebläut. Das traditionelle Verfahren erfordert neben handwerklichen Fähigkeiten viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung: Die zu bläuenden Schrauben und Zeiger werden dabei auf einem speziellen Blech über einer Flamme erhitzt, bis der gewünschte Farbton bei knapp 300 Grad erreicht wird.