Dirty Dozen bezeichnet eine besondere Gattung von Armbanduhren welche strikt nach militärischen Vorgaben für die britischen Streitkräfte im zweiten Weltkrieg gefertigt wurden. Den Auftrag zur Produktion der gewünschten Zeitmesser erhielten 12 Hersteller, namentlich Buren, Cyma, Eterna, Grana, IWC, Jaeger-LeCoultre, Lemania, Longines, Omega, Record, Timor und Vertex - sodass dem zu versorgenden Militär circa 144.000 Zeitmesser zur Verfügung gestellt wurden.

In den 1940er Jahren, also während des Zweiten Weltkriegs, schrieb das britische Verteidigungsministerium einen Großauftrag für Armbanduhren aus, welche alle 1945 seitens der Hersteller ausgeliefert wurden. Bei den 12 Fabrikanten die eine Auftragszusage erhielten handelte es sich um die Firmen Buren, Cyma, Eterna, Grana, Jaeger-LeCoultre, Lemania, Longines, IWC, Omega, Record, Timor und Vertex.
Ebenso erhielt die Firma Enicar zunächst eine Zusage, allerdings ist heute kein einziges Exemplar bekannt, sodass angenommen wird dass Enicar der Auftrag gekündigt wurde da diese Manufaktur ebenso für den damaligen Feind fertigte.  

Im Auslieferungszustand waren all diese Zeitmesser mit Armbändern aus Schweinsleder oder Segeltuch ausgestattet um die Kosten möglichst gering zu halten.

Dabei wurden diese ministerial als W.W.W. bezeichnet, was eine Abkürzung für die drei wichtigsten geforderten Eigenschaften darstellt. Es sollte also ein Typus Uhr entstehen der am Handgelenk getragen wurde, was nicht selbstverständlich war, und zudem Wasserdicht - W.W.W. steht relativ simpel für Watch (Uhr), Wrist (Handgelenk) und Water Resistant (wasserdicht). Zudem wurde gefordert dass diese neue Art bei Dunkelheit abzulesen ist, dass das verwendete Kaliber auf Chronometernorm einreguliert war sowie das Gehäuse aus einem robusten Material gefertigt ist. Markierungen welche zur Anzeige der Zeit bei Dunkelheit gesetzt wurden leuchteten dank Radium-226. Darüber hinaus war den Herstellern bei der Gestaltung des Zifferblattes folgende Vorgabe gegeben: dieses sollte, für eine bestmögliche Ablesbarkeit, schwarz sein, eine sogenannte Kleine Sekunde beherbergen und mit arabischen Ziffern wie auch mit einer Eisenbahnminuterie ausgestattet sein. Des Weiteren wurden auf dem Gehäuseboden zwei Seriennummern gefordert, ein Buchstabe, welcher Aufschluss über den Hersteller gibt und gefolgt wird von der eigentlichen Seriennummer sowie eine Zahlenfolge die die reguläre, quasi zivile, Seriennummer darstellt.

Hersteller Buchstaben Zeigerform ca. Zahl gelieferter Uhren Gehäusedurchmesser (mm) Kaliber
Buren H Schwert 11.000 36,5 462
Cyma P Schwert 20.000 37 234
Eterna P Schwert 5.000 36 520
Grana M Schwert 1.000 35 KF320
IWC M Pencil 6.000 35 83
Jaeger-LeCoultre F Kathedral 10.000 35 479
Lemania Q Schwert 8.000 36,5 27A
Longines F Kathedral 5.000 38 12.68Z
Omega Y Schwert 25.000 35 30T2
Record L Pencil 25.000 36,5 022K
Timor K Pencil 13.000 36,5 6060
Vertex A Pencil 15.000 35 59

Zusätzlich musste die Bezeichnung W.W.W. und der Broad Arrow, welcher ebenfalls auf dem Zifferblatt platziert wurde, eingraviert werden.

Der Broad Arrow ist eine Markierung in stilisierter Form eines Pfeiles die seit dem Jahre 1585 britisches Staatseigentum kennzeichnet.

Während 11 Hersteller ein Schraubboden zum Verschließen ihrer Uhren wählten nutze IWC ein Druckboden. Außerdem verwendete IWC als einziger Produzent herkömmliche Gläser, wohingegen die anderen Fabrikate sich durch ein Glas mit einem einschraubbaren Rückhaltering hervorheben.

Ebenfalls besonders ist dass bisher 10 dieser Chronometer bekannt sind die die zusätzliche Gravur K.N.I.L. (für Koninklijk Nederlandsch Indisch Leger, also Königlich Niederländisch Indische Armee) auf ihrem Gehäuseboden aufweisen. Die K.N.I.L. war Teil der niederländischen Besatzung in Ostindien, dem heutigen Indonesien.

Dadurch dass das Vereinigte Königreich die bestellten Uhren erst zum Kriegsende erhielt generierte das Verteidigungsministerium einen großen Überschuss, welcher möglichst schnell wieder liquidiert werden sollte. Die K.N.I.L. stand zu diesem Zeitpunkt mit ostindischen Freiheitskämpfern im Konflikt die ihre Unabhängigkeit gegenüber den Kolonialherren erklärt hatten, womit die Niederländer eindeutig einen Bedarf an militärischen Gütern hatten und sich an Großbritannien wandten. Obwohl bei Staaten Verbündete waren wollten die Briten die Niederländer zunächst nicht unterstützen, da diese den Konflikt nicht unterstützten. Die Bereitstellung von Militäruhren allerdings schien eine harmlose Angelegenheit zu sein, was letztendlich zu den K.N.I.L. Referenzen führte.

Nachdem die Niederländer nicht viele dieser Chronometer ausgegeben hatten gingen diese später an die A.D.R.I. - die Armee der Republik Indonesien - was dazu führte dass die zuvor gravierte Markierung K.N.I.L. unkenntlich gemacht und eine neue Gravur (A.D.R.I.) hinzugefügt wurde.

Schlussendlich ist zu bemerken dass die allermeisten dieser Zeitmesser ihren Service sowie Reparaturen durch die R.E.M.E. (Royal Electrical & Mechanical Engineers) erhielten. Hier wurde nicht immer darauf geachtet welche Teile von welchem Hersteller stammen. Zudem wurden Zifferblätter häufig ersetzt durch welche mit Tritium- oder Promethium-Leuchtmasse oder aber mit einem Aufdruck der Seriennummer anstatt der Herstellerbezeichnung. Diese durch die Royal Electrical & Mechanical Engineers ausgetauschten Zifferblätter werden heute abhängig von der Beschriftung und Zeitraum entweder als MoD- (Ministry of Defence = Verteidigungsministerium) oder als NATO-Dials von Sammlern bezeichnet.